Serie

The Final Problem.

„All lives end. All hearts are broken. Caring is not an advantage, Sherlock.“ – Mycroft Holmes

Er hat also doch Schwächen. Der unantastbare Sherlock Holmes, wie er uns in der ersten Staffel der BBC-Serie präsentiert wurde, ist tatsächlich fehlbar. Aber er wäre nicht Sherlock Holmes, wenn er nicht auch hier eine (anatomische) Meisterleistung vollbringen würde: Drei Achillesfersen, vereint in einer Person.

Denn, wie Jim Moriarty ganz richtig beobachtet hat, Sherlock hat sehr wohl ein Herz. Ein Herz, das in A Scandal in Belgravia nah dran war, von einer geheimnisvollen Frau namens Irene Adler gebrochen zu werden, das aber, wie vor allem hartgesottene Fanfiction-Autor(innen) behaupten, eigentlich nur seinem treuen Freund Dr Watson gehört. Das lasse ich jetzt mal unkommentiert.

In The Hounds of Baskerville muss Sherlock nicht nur gegen äußere Dämonen kämpfen: Angst und Zweifel (zwar die Folgen von gasförmigen Drogen, aber deshalb nicht weniger real) machen ihm die Ermittlungsarbeiten zumindest zeitweise zur Hölle. Und uns wird klar: Sherlock hat Gefühle. Er hat nur ein Problem damit, sie zu zeigen, wenn er nicht unter Drogen steht.

Und jetzt The Reichenbach Fall. The Final Problem. Der Tod. Tatsächlich erinnert die Erzfeindschaft von Moriarty und Sherlock gelegentlich an die eines bebrillten Zauberlehrlings mit einem nasenlosen Untoten. Neither can live while the other survives. So sind sie eben, die Briten. Umso besser. The Reichenbach Fall nimmt den Zuschauer (insbesondere den Zuschauer, der sich seit kurzem ein Leben ohne Sherlock nicht mehr vorstellen kann *hust*) mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Was hat Moriarty vor? Was weiß Sherlock? Wer wird sterben, wer wird überleben und, was die fast noch drängendere Frage ist: Zu welchem Preis?

Schauspielerisch ist an dieser Folge mal wieder nicht das Geringste auszusetzen. Ich finde Moriarty immer noch ein bisschen „too much“, auch wenn es in dieser Folge etwas besser geworden ist – aber das ist ja eher eine Frage der Regie. Was  an The Reichenbach Fall besonders hervortrat, war allerdings der Soundtrack. Ich bin ja ohnehin schon ein großer Fan des Original Score von David Arnold und Richard Price, in dieser Folge wurde das Ganze aber mit Einspielern von Giachino Rossinis „La gazza ladra“ und Nina Simones „Sinnerman“ auf die Spitze der Genialität getrieben. Auch die Kameraarbeit, Schnitt, Timing und die Animation von Sherlocks „Mind Palace“ waren mal wieder makellos. Großartig.

Das eigentliche Happy End kam allerdings, nachdem der Abspann gelaufen und meine Sherlock-Crew und ich uns wieder einigermaßen in der friedlichen (und, geben wir’s zu, ziemlich tristen) Welt der Studenten-WG wiedergefunden hatten: Mark Gatiss und Steven Moffat bestätigen offiziell, dass es eine dritte Staffel geben wird. Und natürlich haben sie es die ganze Zeit gewusst.

Plan für die Zukunft: Ich muss auch eine Serie mit charismatischen Hauptpersonen und breiter, kreativer Fanbase erfinden. Oh, dieses süße Gefühl der Macht.

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2 Kommentare zu “The Final Problem.

  1. Ich glaube Moriaty ist nicht „to much“…weil ich glaube Mycroft hat ihn engagiert um Sherlock zu testen und weiterzuentwickeln. Außerdem haben die beiden ja auch noch „offene Rechnungen“ wie Mycroft betont. ..und dann wird das ganze auch rund …
    gruß
    M.

    • Interessante Theorie, so habe ich das noch gar nicht gesehen… Uhhh, das rückt alles gleich in ein ganz anderes Licht! Vielen Dank, M. (steht das für Mycroft oder für Moriarty? :P)
      Gruß,
      Laura

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