Film

Ist das das Ende?

Seit ich ihn das erste Mal gesehen habe, ist Stolz und Vorurteil (die Version von 2005, versteht sich, mit Keira Knightley) mein absoluter, unantastbar liebster Lieblingsliebesfilm aller Zeiten. Ich habe Jahre und viele, viele Tagebuchseiten darauf verwendet, mir darüber klar zu werden, warum einzig und allein Mr. Darcy (oder ein männliches Wesen mit ähnlichen körperlichen und sozialen Eigenschaften) derjenige sein muss, an den ich einmal mein Herz verschenken werde.

Dann bin ich älter geworden und habe mich anderen (fiktiven) Universen zugewandt… Und mein Blick auf Jane Austens Helden und ihre Geschichten ist ein etwas nüchternerer geworden. Und Stolz und Vorurteil war immer noch mein Lieblingsfilm. Ich müsste lügen, wenn ich behaupten würde, dass er mir so ausnehmend viel besser gefiele als jeder andere Film, den ich je gesehen habe. Nur ist Stolz und Vorurteil der Film, den ich mir jederzeit und so oft ich möchte ansehen kann, ohne dass ich mich dabei langweilen würde.

Ob das an der detaillreichen Visualität oder an der sonoren Stimme des Hauptdarstellers liegt, vermag ich nicht zu beurteilen. Fakt ist, dass, sobald im tiefstehenden Schein der frühen Morgensonne der erste Schriftzug des Vorspanns erscheint und sanft die typische Klaviermusik einsetzt, ich mich tiefer in meine Bettdecke kuschele, seufze, und mich widerstandslos dem Vergnügen hingebe.

Stolz und Vorurteil

Bis heute. Gerade habe ich mitten im „kleinen Finale“ – dem ersten Heiratsantrag Mr. Darcys, im Regen – gestoppt. Und zwar nicht, weil ich unbedingt meine Begeisterung mit einer anonymen (und wahrscheinlich ziemlich kleinen) Masse im Internet teilen wollte, sondern weil es mich schlichtweg nicht gefesselt hat. Was ist nur los mit mir?

Natürlich habe ich es schon erlebt, dass ich mich von einem meiner Lieblingsfilme distanziert habe. Meistens, weil ich mich daran vollkommen sattgesehen hatte (siehe: die erste Hälfte von Titanic). Aber… aber Stolz und Vorurteil? Ich kann es wirklich nicht darauf schieben, dass ich „heute nicht in der Stimmung dafür bin“ – normalerweise bin ich immer in der Stimmung für Stolz und Vorurteil. Werde ich vielleicht… erwachsen und vernünftig? Das wollen wir doch nicht hoffen!

Ich werde mich jetzt zusammenreißen und die zweite Hälfte des Films auch noch gucken. Und wenn Mr. Darcy durch den Morgennebel auf Lizzy zuschreitet und seine Stimme beim dritten „I love you“ ganz subtil bricht werde ich seufzen und mich tiefer in meine Bettdecke kuscheln und alles wird wieder so sein, wie es sein muss. Bitte.

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