Serie/TV

Probleme, die ich ohne die BBC nicht hätte.

Ich sollte eventuell den Untertitel dieses Blogs ändern in: „Sherlock. Doctor Who. Ein paar andere Filme. Und absolut kein Bezug zur Realität.“ Denn, ich kann mir nicht helfen, ich muss schon wieder einen Artikel über Doctor Who verfassen. Was als kleine Ablenkung von der dramatischen Leere nach Ende der Sherlock-Staffel begonnen hat, hat sich inzwischen zur waschechten Obsession ausgewachsen. Es wird immer schlimmer, so schlimm, dass ich den SMS-Sound meines Handys zum Geräusch der landenden Tardis machen würde, wenn ich wüsste, wie das geht. So schlimm, dass ich ernsthaft darüber nachdenke, welcher Charakter der Serie am ehesten als Karnevalskostüm funktioniert (Rose – zu langweilig. Doctor – woher soll ich diesen Mantel kriegen? Cyberman – zu schön um wahr zu sein. Daleks und die Tardis – Ähmm. Nein.).

Was mich aber wirklich beunruhigt ist, dass ich nicht weitergucken kann. Als nächstes steht nämlich eine Doppelfolge an, deren zweiter Teil den Titel Doomsday trägt. Und wer nur einen flüchtigen Blick in das Doctor-Who-Fandom geworfen hat (und das bleibt nicht aus, wenn man Teil des Sherlock-Fandom ist), weiß, dass der „Doomsday“ der Doctor-Who-Fanatiker gleichbedeutend mit dem „Reichenbach“ der Sherlockians ist. Meine Mitbewohnerin (der ich hiermit übrigens offizell die Schuld an der ganzen Misere gebe, denn ohne sie hätte ich nie mit BBC-Serien angefangen) behauptet sogar, Doomsday würde The Reichenbach Fall an emotional zerstörerischer Kraft noch übertreffen.

Ein Teil von mir weigert sich hartnäckig, daran zu glauben, weil nichts die emotionale Tragweite von Martin „Fuck you I won a BAFTA!“ Freemans gestammeltem „Don’t be dead…“ über Sherlocks Grab übertreffen kann. Der andere Teil von mir, offensichtlich der größere, lässt sich dennoch nicht dazu bewegen, sich Doomsday anzuschauen. Denn die gerade knospende Romanze zwischen Rose und dem Doctor ist nicht weniger subtil als die zwischen Sherlock und John – so subtil nämlich, dass sich die Lager darüber spalten, ob sie überhaupt exisitert. Sollte Rose irgendetwas zustoßen, wie es in den letzten Folgen immer wieder in drohenden Vorahnungen angedeutet wurde, oder sollte der Doctor, wie er es bisher mit allen seinen Companions gemacht hat, sie zu ihrem eigenen Schutz zurücklassen – das würde dem finalen Sprung Sherlocks vom Dach des St. Bart’s Hospitals um nichts nachstehen.

Was mir ein bisschen Mut macht, ist, dass diese Episode weder aus der Feder von Steven Moffat noch aus der von Mark Gatiss stammt, sondern vielmehr aus der des ihnen in puncto Genie um nichts nachstehenden Russell T. Davies. Bleibt zu hoffen, dass der ein wenig gnädiger mit seinem Fandom umgeht. Angesichts der Verlockungen, denen ein Serienautor ausgesetzt ist, ist diese Hoffnung jedoch verschwindend gering… Wir werden sehen.

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