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Die Gedanken sind frei… und Ideen sind gratis?

Habe ich schon erwähnt, dass ich im Moment nicht besonders gut auf Amerikaner zu sprechen bin? Natürlich hege ich keinen persönlichen Groll gegen bestimmte Amerikaner, dafür kenne ich zu wenige, aber ich bin ein winziges bisschen angepisst von der Art, wie gewisse amerikanische Produktionsfirmen mit dem geistigen Eigentum gewisser britischer Fernsehsender umgehen.

Für die, die es nicht längst erraten haben, die Rede ist mal wieder von Sherlock oder vielmehr von dem amerikanischen Pendant Elementary. Vor nicht allzulanger Zeit nahm CBS Kontakt zu den Produzenten von Sherlock auf, um herauszufinden, ob diese nicht vielleicht dazu zu bewegen seien, ihre Idee gewinnbringend weiterzuverkaufen. Sue Vertue, Produzentin der BBC-Serie, lehnte dankend ab, womit sich die Geschichte ein Ende gehabt hätte, wenn nicht ein paar Monate später die CBS plötzlich mit der Produktion einer neuen Serie an den Start gegangen wäre: Elementary. Hauptpersonen sind niemand anderes als Sherlock Holmes und John Watson, Handlungsort ist New York City, Zeit 2012.

Man muss kein soziopathischer Consulting Detective sein, um da gewisse Parallelen zu bemerken. Gestern bestätigte CBS schließlich die Besetzung von Jonny Lee Miller in der Hauptrolle des Sherlock Holmes.  Purer Zufall, dass Miller und Benedict Cumberbatch im letzten Jahr alternierend jeweils die Rolle des Dr. Frankenstein und des Monsters in einer Londoner Bühnenproduktion gespielt haben?

Ich bin sicher, dass Sue Vertue die Telefonnummer ihres Anwalts bereits mit Kurzwahltaste in ihr Telefon eingespeichert hat, um beim ersten Vorfall, der eine rechtliche Grundlage bietet, gegen die CBS-Serie vorzugehen. Wahrscheinlich ist jedoch, dass die Amerikaner sich klug genug anstellen werden, um ihr dazu keine Gelegenheit zu geben. Die Rechtslage ist undurchsichtig. Was wäre eine Kopie der BBC-Serie, was lediglich Bezugnahme auf die Werke Sir Arthur Conan Doyles? Darf in Elementary eine Beziehung zwischen Holmes und Watson angedeutet werden? Schließlich gibt die enge Freundschaft zwischen den beiden nicht erst seit Erscheinen der BBC-Serie Anstoß zu Spekulationen. Für mich klingt das nicht mehr nach kreativer Arbeit sondern vielmehr nach einem taktischen Spiel auf Suche nach Gesetzeslücken.

Bei aller Feindschaft, die im Sherlock-Fandom für die neue Serie gesäht wird – ich bin definitiv neugierig, was die Amerikaner uns da vorsetzen werden. Ich werde diese Serie mit einem ähnlichen Interesse gucken, wie den neuen Hamburg-Tatort mit Til Schweiger als Kommissar: Mit geringer Erwartung, aber durchaus mit der Bereitschaft, mich postitiv überraschen zu lassen.

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Ein Kommentar zu “Die Gedanken sind frei… und Ideen sind gratis?

  1. …. ich kann nicht glauben das es so gut wie Sherlock BBC wird…. Orginal bleibt Orginal …. und außerdem hasse ich es , wenn immer alles kopiert wird … na ja die Zuschauer werden es entscheiden… vielleicht werden wir ja positiv überrascht..

    .. ich habe gelesen das aus John Watson eine Frau werden soll… OMG da gehts schon los ^^

    Ich mag es denn jetzt schon nicht, wenn die Geschichte so verdreht wird….

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