Alltag/Web

Ein sehr kurzer Ausflug in eine andere Welt.

Da bin ich wieder.

Zwischenzeitlich hatte ich mich zu tumblr verirrt. tumblr – das ist diese Internetplattform, die ursprünglich dazu gedacht war, schnell und einfach Bilder mit Freunden und Bekannten zu teilen. Inzwischen scheint mir das Ganze mehr ein Treffpunkt der Fandoms zu sein, insbesondere des Sherlock-Fandoms. Gibt man „Sherlock“ in die Suche ein, wird man von Massen an Bildern, Kommentaren, sogenannten Gifs (also, sich bewegenden Bildern) und Hasstiraden über Elementary überschwemmt.

Versteht mich nicht falsch, ich mag tumblr. Von außen. Ich habe wochenlang immer mal wieder reingeschaut und mich über die kreativen und oft lustigen Einträge zum Thema „Wann werden John Watson und Sherlock Holmes endlich ein Paar“ bzw. „Eigentlich sind John Watson und Sherlock Holmes schon längst ein Paar“ amüsiert. Wenn die tumblr-Gemeinde von „Johnlock“ spricht, dann hat das nichts mit einem englischen Philosophen der Aufklärung zu tun und eine ganze Menge mit an Pornographie grenzender Fanart und Fanfiction, alles sehr kreativ, vieles lustig, manches dezent geschmacklos.

Vielleicht war es nicht der richtige Tag dazu, mir einen eigenen tumblr-Account zu machen. Denn kaum hatte ich es getan, habe ich es bereut. Plötzlich fühlte ich mich in der Pflicht, etwas Neues zu einem Thema zu sagen, zu dem jeder in den letzten Wochen schon seinen Senf dazugegeben hatte. Jedes Thema, und sei es auch so komplex wie die Beziehung (oder ist es vielleicht doch keine Beziehung?) zwischen Sherlock Holmes und John Watson, verliert irgendwann seinen Reiz. Bei mir ist dieser Punkt jetzt erreicht. Ich behaupte dreist: Über die beiden ist alles gesagt. Wir haben John einen langen Mantel angezogen und Sherlock einen hässlichen Wollpulli, wir haben jede einzelne Szene auf ihren ach so homoerotischen Subtext untersucht, wir haben Sherlock als Katze, als Drache, als Lama und als Frau gezeichnet, wir haben jedes einzelne Foto von Benedict Cumberbatch endlos hochgeladen, geteilt und kommentiert.

Als ich über ein Foto von Sherlock bei der Arbeit stolperte, zusammen mit dem Kommentar einer 14-jährigen: „Look, how intensely he’s staring into the microscope. Now, that’s hot!“ – war für mich der Knoten geplatzt. Sorry, liebes Fandom. Sollte ich jemals zufällig einem eurer „#believe in sherlock„-Postern begegnen, werde ich mich freuen. Aber ansonsten ziehe ich es vor, mich mit stiller Vorfreude auf die neue Staffel zufriedenzugeben.

tumblr verwirrt mich. Da sind zu viele Leute, die ich nicht kenne und mit denen ich trotzdem gezwungen bin, zu kommunizieren. Mag sein, dass genau da für einige der Reiz in der ganzen Sache liegt – mich schreckt das ab. Da schreibe ich lieber hier in eine unpersonifizierte Leere und hoffe, dass die Leute zu mir finden, die es interessiert.

Nach ungefähr zehn Stunden Mitgliedschaft habe ich meinen tumblr-Account also wieder gelöscht. Ich weiß, er ist wahrscheinlich noch irgendwo da draußen, denn, jaja, das Netz vergisst nicht. Aber das ist jetzt nicht mehr mein Problem.

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2 Kommentare zu “Ein sehr kurzer Ausflug in eine andere Welt.

  1. Ich bin auch bei tumblr ^^ aber kein Fangirlie ^^ dazu fühle ich mich zu alt… ich schau mir nur die BiIdchen an und schmunzel so in mich rein …

    Ich war schon auf ganz vielen Plattformen, aber die RICHTIGE habe ich für mich noch nicht gefunden, Wp kommt meine Vorstellungen am nächsten…. früher war ich MSN Spaces davor bei Yahoo 360°…. na ja … eine Alternative wäre noch blogger von gogle für mich….

    Schönen Tag wünsche ich Dir 🙂

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