Bücher

Dorthin und wieder zurück.

„Wenn mehr von uns Heiterkeit, gutes Tafeln und klingende Lieder höher als gehortetes Gold schätzen würden, so hätten wir eine fröhlichere Welt.“
– Thorin Eichenschild

Wenn der echte Hobbit-Film nur halb so gut wird wie der Film in meinem Kopf, während ich das Buch las, dann wird das definitiv einer der besten Filme dieses Jahrzehnts. Aber ich habe diesen Film, der noch nicht einmal erschienen ist, schon so mit Vorschusslorbeeren überhäuft, dass ich Gefahr laufen würde, mich zu wiederholen, wenn ich das jetzt erneut tue.

Deshalb gebe ich mir alle Mühe, diesen Artikel allein und ausschließlich über den Kleinen Hobbit zu verfassen, das Buch, mit dem J. R. R. Tolkien den Grundstein für eine jahrzehntelange Tradition von Roadmovie-Fantasy-Geschichten in rauen Landschaften mit epischen Schlachten und gefährlichen kleinen Schmuckstücken legte.

Während Der Herr der Ringe sich zumindest im dritten Teil zu einer ziemlich zähen Masse an Schlachten und weinenden Hobbits dehnt, ist Der Kleine Hobbit ein Kinderbuch in der allerbesten Tradition: Eines von der Sorte, die zwischen Die Brüder Löwenherz und Harry Potter im Regal stehen und die abends im Idealfall kapitelweise vorgelesen werden sollten.

J. R. R. Tolkien hat Bilbo Beutlins Abenteuer in einer Sprache irgendwo zwischen Märchen und Reisebericht verfasst und es spricht nur für sein Talent als Autor, dass dieser Stil niemals langweilig wird. Das ist, vermute ich, zu einem großen Teil der Hauptperson zu schulden. Bilbo Beutlin ist ein (wenn auch nicht von der Größe her, dann doch zumindest charakterlich) hervorragender Kinderbuchheld. Er ist, obwohl Hobbit, menschlich, was ihn umso liebenswürdiger macht, und wenn er sich im Laufe des Abenteuers zum Helden mausert, dann wachsen wir als Leser mit ihm.

Daneben glänzt ein ganzer Haufen an großartigen Nebenfiguren, angefangen beim Zauberer Gandalf und dem charakterlich etwas zweifelhaften Zwergenkönig Thorin Eichenschild. Außerdem begegnen wir Elrond, dem Elbenkönig, Beorn, dem Bärenmenschen und dem finsteren Nachtschattenwesen Gollum. Auch Gefahren lauern auf dem Weg zum Drachen Smaug und seinem Schatz mehr als genug: Seien es nun Orks und Trolle, Spinnen, seltsame Waldelben oder, in Bilbos Fall, die Abwesenheit von Taschentüchern und fünf geregelten Mahlzeiten am Tag – Thorin & Co. müssen eine Menge durchmachen, bevor sie schließlich dem Drachen entgegentreten und den Schatz ihrer Väter zurückfordern können. Aber auch da ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende.

Ich hoffe wirklich, dass dieses Buch mit Erscheinen des Films eine neue Blütezeit erleben wird, und das nicht nur unter Tolkien-Nerds sondern auch im ganz durchschnittlichen Kinderzimmer. Der Kleine Hobbit lohnt sich. Es ist vielleicht vermessen, darauf zu hoffen, aber es wäre wirklich schön, wenn auch Peter Jacksons Epos den Grundton des Kinderbuchs beibehalten würde, anstatt den Hobbit inhaltlich und optisch den nun wirklich nicht für Kinder gemachten Herr der Ringe-Filmen anzupassen.

Wie dem auch sei, die Vorfreude auf den Film sinkt mit der Lektüre des Romans ganz sicher nicht. Im Gegenteil.

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