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David Tennant, I missed you for a while and then Matt Smith turned up.

Nach einer sehr kurzen Episode der Trauer um David Tennants 10. Doctor habe ich mich, motiviert durch diesen erfreulichen Blogeintrag, an die fünfte Staffel von Doctor Who gewagt. Es hat doch sowieso niemand daran geglaubt, dass ich lange abstinent bleiben würde, oder? Ich hatte mich darauf eingestellt, dass alles anders sein würde: Neue Titelmelodie, neue Opening-Credits, ein neuer Chef-Autor und vor allem ein neuer Doctor: Matt Smith, Nummer elf. In der festen Überzeugung, dass niemand den Doctor so gut verkörpern kann wie David Tennant (dieser unglaublich hoffnungslose Blick, wenn er über Gallifrey spricht…), habe ich mir die erste Folge The Eleventh Hour angesehen.

Und was soll ich sagen? Ich hatte Recht. In fast allen Punkten. Aber dieses fast macht in diesem Fall den entscheidenden Unterschied. Denn natürlich ist nach David Tennants und Russell T. Davies‘ Abschied alles anderes. Nur ob das unbedingt schlechter ist, das steht noch zur Diskussion.

Matt Smith spielt zwar den Doctor, aber er spielt nicht den gleichen Doctor wie David Tennant. Vielleicht ist das das Erfolgsgeheimnis der langlebigen Serie: Obwohl die „regenerierten“ Schauspieler theoretisch die gleiche Figur verkörpern, werden ihnen Änderungen, eigene Ticks, sogar ein eigener Charakter zugestanden. So umgeht man geschickt die Gefahr, dass Doctor zwei bis elf nichts anderes als Kopien des Originals sind.

David Tennants Doctor hatte eine sehr dominante dunkle Seite. Selbst wenn er herumalberte, in Höchstgeschwindigkeit wissenschaftliche Erklärungen von sich gab oder einfach nur Spaß zu haben schien, war in seinen Augen immer das, was ich den „Time-Lord-Geist“ nenne – David Tennant machte es unmöglich zu vergessen, dass der Doctor der Letzte seiner Art ist, noch dazu verantwortlich für den Untergang seiner Rasse und im Herzen vor allem eins: unendlich einsam.

Matt Smiths Doctor möchte man aus einem anderen Grund knuddeln: er wirkt ein bisschen wie ein Zehnjähriger auf einem Abenteuerspielplatz. Es tut mir fast Leid, angesichts dieses sehr liebenswürdigen Doctors zu sagen, dass mir das Tiefe, das Einsame von David Tennant ein bisschen fehlt… Aber lassen wir ihm das, wovon ein Time Lord mehr als genug hat: Zeit. The Eleventh Hour war erst seine erste Folge und das, was ich bisher gesehen habe, lässt vermuten, dass Matt Smith sich nicht vom Geist seiner vergangenen Inkarnationen unterkriegen lassen wird.

Eine andere Sache, die mir wirklich außergewöhnlich gut gefällt, ist die neue Optik (wenn auch nicht unbedingt der neue, düstere Vorspann). Abgesehen davon wirkt alles irgendwie schärfer, schneller, moderner. Ich kenne mich mit Kameras und CGI nicht so besonders gut aus, aber Doctor Who scheint sich schließlich und endlich doch von den Trasheffekten, die zuvor einen Großteil der Serie ausgemacht haben, abzuwenden. Alles ist plötzlich sehr drastisch, sehr realistisch. Teilweise erinnert das sogar an die makellose Optik meines anderen BBC-Schatzes Sherlock.

Womit wir beim nächsten Thema wären: Steven Moffat, der ab der fünften Staffel die Rolle Russell T. Davies‘ übernimmt und für den Großteil der Folgen verantwortlich sein wird. Dass er Sherlock-Folgen schreiben und Fans ärgern kann, wussten wir schon. Aber im Doctor-Who-Universum war er bisher berühmt-berüchtigt für seine Monster. Unter anderem ist er verantwortlich dafür, dass Sätze wie „Don’t blink!“, „Who turned out the light?“ und „Are you my Mummy?“ in einem Raum voller Doctor-Who-Fans zu einer Massenpanik führen könnten. Wir können also davon ausgehen, in Zukunft weniger „typische“ Doctor-Who-Baddies zu treffen. Ich hoffe dabei insbesondere auf ein Ende der Invasion von ursprünglich freundlichen Diener-Gestalten die durch eine höhere Macht zu skrupellosen Mordmaschinen werden und auf kreativere Tötungsmethoden als „Ich fass dich an, du zuckst dreimal und bist tot.“ Weder die Weeping Angels noch die Vashta Nerada haben von diesen Doctor-Who-Klischees Gebrauch gemacht – das lässt hoffen.

Moment mal. Das lässt hoffen? Ich wollte den neuen Doctor, Matt Smith und alles, was damit zusammenhängt, doch hassen! Zu meiner Verteidigung kann ich nur sagen: Ich habe es wirklich versucht. Für ungefähr zehn Minuten. Dann saß Matt Smith in einer Küche und aß Fischstäbchen mit Vanillepudding. Manche Sachen kann ich einfach nicht nicht mögen. Ich vermute, dass es mal wieder der unterschwellige Einfluss des BBC-Logos ist. Vielleicht sendet es irgendwelche Gammastrahlen aus, die mein Gehirn manipulieren, sodass ich alles, was die BBC tut, toll finden muss.

Vielleicht könnte Steven Moffat darüber mal eine Folge schreiben. Mit Matt Smith als Doctor. Tatsache ist: Ich mag David Tennants Doctor immer noch sehr, sehr gern. Aber ich muss ihn jetzt nicht mehr vermissen.

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