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Ein BAFTA-Rückblick.

So langsam kann man den BAFTA-Schock als verwunden ansehen. Auch wenn die Freude über Andrew Scotts vollkommen verdienten Sieg groß war, konnte nichts darüber hinwegtäuschen, dass Benedict Cumberbatch von der britischen Academy schon zum zweiten Mal übergangen wurde. In Anbetracht der langen Pause vor der dritten Staffel wird es mindestens 2014 werden, bis er den wohlverdienten BAFTA für seine Sherlock in den Händen hält – bleibt nur zu hoffen, dass er zwischendurch vielleicht noch einen Oscar gewinnt, um die britische Academy Lügen zu strafen.

Für mich persönlich war aber der Ausgang der Youtube Audience Award-Abstimmung am überraschendsten: Bisher war ich davon ausgegangen, dass die Sherlockians das Internet mehr oder weniger besitzen (oder darin wenigstens zur Miete zuhause sind), aber offensichtlich waren die britischen Fans der Sendung Celebrity Juice fleißiger, was das Abstimmen anging. Und so ging Sherlock auch in dieser Kategorie leer aus. Das mag mit daran liegen, dass Sherlock zwar eine breite internationale Fanbase hat, für die britischen Awards aber nur Bewohner des Vereinigten Königreichs abstimmen durften. Trotzdem bin ich, gelinde gesagt, enttäuscht.

Ein Höhepunkt des Abends (zu Recht bejubelt von einem Haufen Sherlockians im Publikum) war allerdings die Verleihung des Ehrenpreises an den Drehbuchautoren Steven Moffat, der für die großen britischen Vorzeigeserien Sherlock und Doctor Who verantwortlich ist. Ihm verdanken wir also nicht nur viele zu Tränen rührende Momente in beiden Serien sondern auch die Tatsache, dass die Fans etwas zu sehen bekamen, was unter anderen Umständen womöglich das Universum gesprengt hätte: Matt Smith und Benedict Cumberbatch, die gemeinsam eine rührende Laudatio auf den „Vater“ ihrer Charaktere halten. In diesem Universum ist das reibungslos über die Bühne gegangen – Mr Smith und Mr Cumberbatch scheinen sich außerordentlich gut zu verstehen – in einer anderen Welt wäre ein Treffen zwischen Sherlock und dem Doctor, den beiden größten Klugscheißern der Fiktion, wohl kaum so glimpflich ausgegangen.

Was bleibt ist der Plan, mir Appropriate Adult anzusehen. Diese Fernsehproduktion wurde mit BAFTAs nur so überhäuft – und wenn der Hauptdarsteller Dominic West tatsächlich noch besser ist als Benedict Cumberbatch in Sherlock (was zumindest ein Teil der britischen Academy zu glauben scheint), dann wird sich dieser Film allein für ihn lohnen.

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5 Kommentare zu “Ein BAFTA-Rückblick.

  1. Es tat mir auch ein bißchen leid, daß BC keinen BAFTA bekommen hat, aber Dominic West hat meiner Meinung nach absolut verdient gewonnen. In seiner Rolle als Fred West, die mehr als schwierig war, hat er großartig gespielt!

      • Da bin ich gespannt, was Du sagst, wenn Du es geschaut hast.
        Um ehrlich zu sein, hätte meiner Meinung nach sogar noch John Simm für Exile vor BC gelegen, aber das ist vermutlich Geschmackssache 🙂

      • Ja, Exile ist wirklich eher was für kalte Tage…und AA auch – da kann man sich dann unter der Decke verstecken 😉

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