Film/In Production

Was hat Peter Jackson jetzt schon wieder angestellt?

Peter Jackson hört und hört nicht auf, seine Pläne über den Haufen zu werfen. Seit letzte Woche bekannt wurde, dass es statt zwei Hobbit-Filmen drei geben wird, ist die Herr-der-Ringe-Fangemeinde in Aufruhr. Die eine Hälfte freut sich über mindestens drei zusätzliche Stunden Filmvergnügen, die andere Hälfte ist besorgt, dass Peter Jackson es diesmal zu weit getrieben hat: Kann man einen Roman von gut 300 Seiten auf drei höchstwahrscheinlich überlange Blockbuster ausbügeln? Läuft man da nicht Gefahr, am Ende mit drei ziemlich dünnen Filmen darzustehen, egal wie überzeugend sie visuell gestaltet sein mögen?

Diese Sorge wäre mit Sicherheit berechtigt, wenn Peter Jackson nur den Kleinen Hobbit adaptieren würde. Das ist allerdings nicht der Fall. Zusätzlich zu der Geschichte von Bilbo und seinen Zwergenfreunden werden auch die ganz großen Epen aus den Herr-der-Ringe-Anhängen mit in das einfließen, was seit Neuestem eine Trilogie ist. Die Hoffnung, dass irgendwo in den Hobbit-Filmen die Tatsache durchschimmert, dass es sich im Original um ein Kinderbuch handelt, ist somit offensichtlich verloren.

Wie ist das jetzt aber mit dem mysteriösen dritten Hobbit-Film? Wird Peter Jackson das bisher gefilmte Material einfach zu drei Filmen zusammenschneiden, anstatt, wie bisher geplant, nur zu zweien? Anscheinend nicht: Heute wurde von dem Regisseur und den Produzenten groß der dritte Hobbit-Film angekündigt, zu dem anscheinend noch nicht einmal ein Drehbuch existiert. Film eins und zwei hingegen sind so gut wie fertig und werden sogar ihre Titel (Eine unerwartete Reise und Dorthin und wieder zurück) behalten. Es bleibt also zu vermuten, dass Bilbos Teil des Abenteuers mit Ende des zweiten Films abgeschlossen sein wird. Dafür wird im dritten Teil anscheinend ein ganz neues Fass aufgemacht: Die gesamte Vorgeschichte des Herrn der Ringe, die Tolkien im Silmarillion niedergeschrieben hat. Peter Jackson und seinem Produzententeam zufolge sei ihnen beim Ansehen des ersten Teils und einer groben Fassung des zweiten Teils klar geworden, dass man einen dritten Film bräuchte, um Tolkiens zugegebenermaßen recht umfangreicher Geschichte gerecht zu werden. Und wer wären die Geldgeber und Studiobosse, als dass sie Peter Jackson den Wunsch abschlagen könnten, einen weiteren programmierten Kassenschlager zu produzieren?

Was mir ein bisschen Sorge bereitet ist die Dramaturgie der ganzen Geschichte. Wie soll das aussehen? Bilbos Abenteuer sind abgeschlossen und dann folgen noch ganze drei Stunden mit Schlachten und Kämpfen und dem Aufstieg des noch sehr geheimnisumwitterten Necromancers? Oder werden sie Bilbos Geschichte doch über alle drei Filme strecken und dafür in jeden noch ein bisschen mehr Hintergrundgeschichte einbauen? Und welchen Anteil hat der Hobbit dann noch an diesen Filmen, die immerhin seinen Namen tragen? Als großer Fan des Originals wünsche ich mir eigentlich eine möglichst pure Inszenierung des Kinderbuchs, aber dafür muss ich mir jetzt wohl die Zeichentrickversion von 1977 anschauen.

Und noch etwas bereitet mir Bauchschmerzen: Ein ganzer zusätzlicher Film – das bedeutet eine Menge mehr Arbeit für alle Beteiligten, insbesondere für die Schauspieler und da wiederum insbesondere für Benedict Cumberbatch, sollte sein Necromancer tatsächlich den Mittelpunkt des dritten Films bilden. Als Bewunderer von Mr. Cumberbatchs Arbeit könnte ich mich natürlich über das gesteigerte Maß an Aufmerksamkeit freuen – aber wenn seine Mehrarbeit für den Hobbit die Dreharbeiten für die dritte Staffel von Sherlock nach hinten verschiebt oder womöglich ganz unmöglich macht… dann bin ich wirklich sauer auf Peter Jackson. Denn man muss schließlich Prioritäten setzen. Und die liegen bei mir, so leid es mir tut, bei der BBC.

Insgesamt bin ich mir, trotz aller Sorgen und Nöte, aber dennoch ziemlich einig: Je mehr Peter Jackson aus dem Hobbit macht, desto besser. Da verlasse ich mich ganz auf sein Talent, dass er schon mit der Herr-der-Ringe-Trilogie unter Beweis stellen konnte. Und bisher ist es ihm noch nicht gelungen, mich zu enttäuschen.

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